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Bergehilfe mit Trichter

Während routinierte Regattacrews diese Manöver regelmäßig trainieren und optimieren, machen Spinnaker, vor allem große Spinnaker, vielen Fahrtenseglern Angst. Auch wir haben einen großen Respekt vom Spi und haben uns deshalb für einen Bergeschlauch entschieden. In der Saison 2017 wollen wir das Segel mit Spi optimieren und unser Boot entsprechend vorbereiten.

Pfiffige Segler haben sich einst zur Vereinfachung dieses für manche unberechenbaren Vorgangs eine schlauchförmige Bergehilfe mit einem Trichter ausgedacht, der manchmal leider ein wenig einer Klobrille ähnelt. Doch Vorsicht: Wird der Spinnaker nicht korrekt in diesen Bergeschlauch eingezogen, die diversen Schoten und Leinen nicht sorgfältig sortiert und das Setzen und Bergen nicht ruhig und überlegt ausgeführt, kann die praktische Bergehilfe schnell zum Albtraum werden. Dabei ist eine Schoten–Niederholer-Topnant–Bergeleinen–Wuling das kleinste Missgeschick.

Bergeschlauch verwenden

Durch gute Vorbereitung Chaos vermeiden

Eine ordnungsgemäße Funktion dieses Hilfsmittels ist nur garantiert, wenn das bunte Segel geordnet eingezogen wird. Um einen störungsfreien Ablauf zu garantieren ist es bereits vor dem Einziehen wichtig, den Schlauch selber nicht zu vertörnen. Hilfreich ist dabei ein bei manchen Herstellern farblich abgesetzter Längsstreifen. Am Top des Schlauches befindet sich ein Ring, in den später das Spifall eingeschäkelt wird. Zum Einziehen des Segels hängt man den Schlauch an diesem Ring an einem Fixpunkt an, zieht ihn komplett auseinander und legt ihn so auf den Boden, dass er garantiert nicht verdreht ist. Liegt der bunte Streifen oben, dann ist bei manchen Herstellern das linke Ende des Befestigungshahnepots am Trichter rot, das rechte grün. Wir legen den Spinnaker auf dem Boden aus. Das grüne Liek rechts, das rote links. Während wir den Bergeschlauch mit Hilfe der losen Hochziehpart der Bergeleine vorsichtig wieder zusammengezogen haben, fassen wir mit einer Hand hinein und ziehen den Schäkel heraus, der an einem Strop, in der Länge des zusammengerafften Schlauchpakets befestigt ist. Hier hängen wir jetzt den Kopf des Spinnakers an. Wichtig: Der Spinnaker muss unter den Bergeleinen angeschlagen werden. Während man die beiden Lieken des Segels zusammen und straff hält, zieht man den Schlauch über das Tuch. Idealerweise endet der Schlauch etwa einen halben Meter vor den Schotecken. Diese befestigt man jetzt rechts und links am Trichter um später den Eieruhreffekt zu verhindern. Hierfür ist manchmal ein kleiner Karabiner vorgesehen. Wenn nicht, behilft man sich mit einem Bändsel. Das restliche Tuch hineinstopfen, die Wurst ohne zu verdrehen zusammenlegen, die Bergeleinen aufschießen und in den Sack packen.

Der Spi ist fertig zum Setzen

Hat man den Spibaum angeschlagen, Topnant und Niederholer angesetzt, kann die Spinnakerwurst befestigt werden. Diese liegt am besten halbiert mit Kopf zum Bug in Lee parallel zur Reling. Zusammen mit dem Fall, kann man das Ganze am oberen Relingsdraht anhängen, damit es nicht wegfliegt. Schlägt man jetzt Schot und Achterholer an, muss berücksichtigt werden, dass die Bergeleine bei hochgezogener Wurst zur Schiffsmitte, also nach Luv zeigt. Schot und Achterholer also drunter anschlagen. Es empfielt sich, dies in Ruhe, vielleicht auch im Hafen auszuprobieren, um unnötigen Verwicklungen und gruppendynamischen Ereignissen zur Unzeit vorzubeugen. Und – Routine gibt Sicherheit. Wenn alles klariert ist, das Berge-Ende auf der Bugklampe belegen. So wird verhindert, dass vor allem bei frischem Wind, der Spinnaker sich mit Luft füllt und der Trichter zu früh nach oben schießt. Zwar ist bei unseren vergleichsweise bescheidenen Bodenseebooten weder zu erwarten, dass der Spi schmilzt noch dass jemand nach oben gerissen wird, trotzdem ist es sinnvoll, einem drohenden Kontrollverlust vorzubeugen. Jetzt den Kopf mit dem Fall von der Reling lösen und die Wurst hochziehen. Die Schot etwas anholen. Der Achterholer bleibt dicht. Die Bedienleine zum Bremsen über die Klampe führen. Ist der Trichter oben, die Bergeleine auf der Bugklampe belegen. Der Spi steht.

Das Bergen geht fast von selbst

Fährt man das Manöver nicht einhand unter Autopilot, sollte der Steuermann ein wenig anluven, um Druck aus dem Segel zu lassen, später jedoch wieder abfallen, damit man während des Bergevorgans nicht mit dem Vorstag in Konflikt kommt. Die Schot ein wenig fieren und den Achterholer dicht nehmen. Schließlich möchte man die Wurst auch nicht hinter der Saling hängen haben. Die Bergeleine wieder zum Bremsen als „S“ über die Klampe legen. Mit einer Hand an der Niederholpart den Schlauch über den Spi ziehen, mit der anderen Hand die Lose über die Klampe dicht holen. Klemmt der Trichter auf dem auseinandergezogenen Spi, die Schot so weit wie nötig fieren. Ist der Trichter unten, die Bergeleine unbedingt auf der Klampe belegen, um zu verhindern, dass der Trichter wieder hoch saust. Die Schot abschäkeln und den Achterholer am Spi aushängen. Jetzt das Fall fieren und mit der Wurst unter dem Arm entlang der Reling nach hinten laufen, umkehren und wieder nach vorne. Der Spinnaker liegt wie zu Beginn sicher und parallel zur Reling. Das Fall mit dem Kopf wieder am Relingsdraht einhängen. Der Spibaum, der immer noch über drei Punkte fixiert ist und somit selbst bei stärkstem Wind und Wellengang nicht unkontrolliert umherschlagen kann, wird in aller Ruhe abgebaut und die Wurst in den Sack gesteckt.

 

Wir freuen uns schon auf die Segelsaison 2017 und hoffen das Spi Segeln 

 

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